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Können wir gute Entscheidungen messbar machen?

  • 5. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Wie treffen wir eigentlich gute Entscheidungen – im Job wie im Privatleben? Oft verlassen wir uns auf einzelne prägende Momente oder unser Bauchgefühl. Doch was passiert, wenn wir anfangen, unsere Erfahrungen bewusst zu sammeln und sichtbar zu machen? Dieser Artikel zeigt, wie eine einfache Methode helfen kann, mehr Klarheit zu gewinnen.


Alles startet mit einem TikTok


Letzten Mittwoch habe ich nach einem Arbeitstag noch ein bisschen auf dem Sofa durch TikTok gescrollt. Dabei bin ich auf ein spannendes Video einer Data Analystin gestoßen. Das Thema war: Beziehungen, und wie erkenne ich eigentlich, ob ich in meiner jetzigen bleiben sollte. Die Methode: eher ungewöhnlich. Jedes Event in der Beziehung wird auf einer Skala von -10 bis +10 bewertet. Dein Freund organisiert ein romantisches Candle Light Dinner inkl. drei Gänge Menü? Ohne Frage glatte zehn Pluspunkte. Aber wenn er einmal mit zu deiner Familie soll, wird direkt gemeckert? Das bringt die Beziehung mit fünf Punkten ins Minus.


Was wäre, wenn wir Beziehungen in Zahlen denken?


So lässt sich die Beziehung dann über mehrere Methoden analysieren: welchen Mittelwert hat meine Beziehung eigentlich? Gibt es vielleicht Ausreißer, mit auffälligen Mustern? Und wie sieht das Ganze im Zeitverlauf aus? Nachdem sie ihre Methodik ausgeführt hatte, musste ich sofort daran denken, wie gut diese Methodik auch geeignet ist, um zu prüfen, ob zum Beispiel mein aktueller Job noch der richtige für mich ist.


Warum unsere Entscheidungen nicht immer objektiv sind


Häufig werden bei Entscheidungen ganz bestimmte Situationen berücksichtigt, die viel Raum einnehmen. Zum Beispiel das Glücksgefühl beim letzten erfolgreichen Projekt, oder wie ich mich übergangen gefühlt habe, als die Beförderung an jemand anderen ging.


Aber die vielen kleinen Momente des Alltags gehen schnell unter: das Lächeln der Kollegin, der kritische Seitenblick des Chefs.


Ein kleines Experiment im Alltag


Unbewusste Prozesse laufen im Hintergrund, wichtige Punkte werden einfach vergessen oder der berühmte Fuß, mit dem wir aufgestanden sind, lenkt unsere Entscheidungen. Was würde eigentlich passieren, wenn ich mal für 14 Tage versuchen würde, konsequent alle Situationen in meinem Arbeitsalltag zu tracken? Welches Meeting gibt mir Energie? Nach welchem Gespräch fühle ich mich vielleicht weniger motiviert als vorher? Wahrscheinlich kann ich in den vielen Daten, die ich erhoben habe, auf einmal überraschende Muster erkennen.

Denn das Problem ist häufig nicht, dass wir keine Daten hätten. Unsere TikTokerin zeigt anschaulich: Daten sind eigentlich immer im Überfluss vorhanden, selbst wenn es um Themen geht, bei denen man das zunächst gar nicht unbedingt erwarten würde. Vielmehr geht es darum, die vielen kleinen Erlebnisse des Alltags in brauchbare Datenpunkte und somit echte Erkenntnisse zu verwandeln.


Ist mein Bauchgefühl doch ziemlich rational?


Das Spannende ist: als Menschen sammeln wir zwar permanent Daten, aber nur selten machen wir sie explizit. Wenn ich anfange meine Beziehung in Excel zu tracken, bekomme ich vielleicht zunächst den ein oder anderen komischen Seitenblick zugeworfen. Aber eigentlich mache ich nichts anderes, als mir ein Entscheidungsframework zu bauen und mein Bauchgefühl greifbar zu machen.


Und auch wenn ich dann nicht alle meine Entscheidungen nur auf dieser Basis treffe, habe ich zumindest eine Grundlage, die mich sowohl bei der inneren Klärung als auch als Gesprächsgrundlage unterstützen kann (natürlich je nach Partner:in).


Aber ist mein Bauchgefühl nicht eigentlich auch nichts anderes als eine implizite Aggregation aller meiner Erlebnisse in eine Art „innere Super-Excel“? Dazu mehr in einem meiner nächsten Artikel.


Vielleicht geht es gar nicht um gute Entscheidungen


Worum es hier eigentlich geht – sowohl im Privatleben als auch im Beruf – ist doch vielmehr das: wenn wir Entscheidungen treffen, dann hilft es immer Kriterien explizit zu machen und ehrlich zu bewerten. Ist ein romantisches Candle Light Dinner wirklich schwerwiegender als die Tatsache, dass mein Partner jeden Tag das Frühstück für die Kinder vorbereitet? Und wie kann ich das in Daten übersetzen? Manchmal reicht da vielleicht schon ein Blatt Papier mit ein paar Zahlen und Symbolen. Nicht um Zwischenmenschliches auf Zahlen zu reduzieren, sondern um Klarheit dafür zu bekommen, was uns selbst wichtig ist.



Klarheit entsteht selten allein.


Wenn du merkst, dass dich solche Fragen gerade begleiten und du dir mehr Klarheit wünschst, kann es hilfreich sein, nicht nur allein darüber nachzudenken. In meinen Coachings schaffen wir genau diesen Raum: um Gedanken zu sortieren, Muster sichtbar zu machen und Entscheidungen bewusster zu treffen.


Und oft lassen sich dieselben Fragen auch auf Organisationen übertragen: Wie treffen wir gute Entscheidungen? Welche Informationen berücksichtigen wir und welche übersehen wir vielleicht?


Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, lass uns gerne sprechen.



 
 
 

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